Hausarzt MedizinPhytogramm: Mariendistel

Mariendistel (Silybum marianum)

Familie: Korbblütler (Asteraceae)

Gattung: Mariendisteln (Silybum)

Art: Mariendistel (Silybum marianum)

Verwendete Pflanzenteile: Früchte

Anwendungsbereiche: Leber­erkrankungen, Gallenleiden, dyspeptische Beschwerden, Knollenblätterpilzvergiftung

Die Mariendistel ist eines der wichtigsten Leber-Phytos. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem Mittelmeerraum und Südrussland. Schon im ersten Jahrhundert empfahl sie der griechische Arzt Dioskurides auch als galletreibendes Mittel. Ihre hepatotrope Wirkung rückte im 18. Jahrhundert in den Fokus dank der Forschungen des deutschen Arztes Johann Gottfried Rademacher (1772 bis 1850). Heute wird Mariendistel bei toxischen Leberschäden, zur unterstützenden Behandlung bei chronisch-entzündlichen Hepatitiden und Leberzirrhose sowie bei Gallenleiden eingesetzt. Eine besondere Indikation für Mariendistel ist die Vergiftung durch Knollenblätterpilze: Ihr Wirkstoff Silibinin, intravenös gegeben, gilt heute als das sicherste Antidot für die lebensbedrohliche Vergiftung.

Inhaltsstoffe und Wirkweisen: Für Mariendistel existiert nicht nur eine sehr gute Pharmakologie, sondern auch die klinische Wirksamkeit ist wissenschaftlich nachgewiesen. In der Leber wirkt Silymarin, ein Komplex aus den Flavanolderivaten Silibinin (auch Silybinin), Silydianin und Silychristin. Hauptwirkstoff und Leitsubstanz ist Silibinin. Silymarin stimuliert die Aktivität der RNA-Polymerase I im Zellkern und somit die ribosomale Proteinsynthese in Leberzellen. Das wiederum fördert die Regenerationsfähigkeit der Leber. Silymarin hat auch eine antiperoxidative Wirkung und einen antifibrotischen Effekt. Mariendistelfrüchte wirken außerdem cholezystokinetisch. Das Mittel ist zwar kein typisches Cholagogum, kann aber auch bei Gallenleiden sinnvoll sein. Am besten setzt man Silymarin zusammen oder im Wechsel mit Cholagoga ein. Aus Studien geht hervor, dass intravenös appliziertes Silibinin bei Patienten mit chronischer Hepatitis C, die schlecht auf die Standardtherapie ansprechen, einen deutlichen antiviralen Effekt hat. Auch wurde gezeigt, dass Silymarin die Toxizität von Chemotherapeutika mindert und einen organschützenden Effekt auf die Leber hat, wenn es parallel zur Chemotherapie eingesetzt wird.

Produktbeispiele, in denen Mariendistel enthalten ist: Es gibt viele Mo-nopräparate mit Mariendistelfrüchten. Die meisten Studienergebnisse liegen zu einem Spezialtrockenextrakt mit einem hohen Silymaringehalt z. B. Legalon®-Präparate (Meda) vor. Andere Mittel sind zum Beispiel Ardeyhepan® (Ardeypharm), hepaloges® (Loges), Hepar-Pasc® (Pascoe), Phytohepar® novo (Bayer Vital), Silymarcur® (Rodisma-Med) oder Silimarit® (Bionorica). Mariendistelfrüchte sind auch Bestandteil der verdauungsfördernden Kombi Iberogast® Flüssigkeit (Bayer Vital).

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