EditorialEntbudgetierung: Das Wie entscheidet

Liebe Kolleginnen und Kollegen, lange Wartezeiten bei Fachärzten, unkoordinierte Patientenströme, volle Wartezimmer in den Notaufnahmen: In Politik und Presse wird derzeit viel darüber diskutiert, wie eine effizientere und strukturierte Patientenversorgung möglich ist. Dabei stehen unterschiedliche Ideen und Forderungen im Raum, von denen viele auch Hausärztinnen und Hausärzte direkt oder indirekt betreffen würden. So schlagen beispielsweise einige Stimmen in der Politik die Entbudgetierung der fachärztlichen Erstkontakte vor (S. 18f).

Was würde das bedeuten? Zunächst einmal müssten vorab wichtige Fragen geklärt werden: Was ist ein Erstkontakt beim Facharzt? Ist es ein Erstkontakt, wenn der Patient dort erst anruft oder wenn er einfach in die Praxis kommt oder braucht er eine Überweisung vom Hausarzt? Und wenn Letzteres der Fall wäre, wie wird dann diese Koordinierungsaufgabe vergütet?

Letztendlich kommt es eben immer auf die Ausgestaltung an. So oder so müssen zwei Aspekte unbedingt sichergestellt werden: Zum einen darf es keine Anreize geben, die zu noch mehr unkoordinierten Patientenströmen in Facharztpraxen oder Krankenhäuser führen (S. 24). Zum anderen darf das Geld nicht dort vorbeifließen, wo der gesellschaftliche Bedarf besteht – und das ist die hausärztliche Versorgung.

Deshalb fordern wir eine vernünftige Bewertung und Entbudgetierung typisch hausärztlicher Leistungen wie Hausbesuche, geriatrisches Basisassessment oder Palliativversorgung. Die aktuellen Diskussionen zeigen mehr denn je: Wir brauchen ein starkes hausärztliches Primärarztsystem. Nur so können die Herausforderungen an der Wurzel gepackt werden.

Schließlich sind es die Hausärztinnen und Hausärzte, die einen Großteil (weit über 80 Prozent!) der Fälle abschließend behandeln und im Zweifel den richtigen Ansprechpartner für ihre Patienten kennen. Das verbessert die Qualität der Versorgung und kann auch zur Entlastung in den Wartezimmern der fachärztlichen Kollegen und der Notaufnahmen beitragen. Mit den Verträgen zur Hausarztzentrierten Versorgung (HZV) sind wir hier auf dem richtigen Weg. Das zeigen auch die regelmäßigen Evaluationen und die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten.

Gerade in den letzten Jahren hat die Politik wichtige Schritte umgesetzt, insbesondere mit Blick auf den hausärztlichen Nachwuchs. Hier zeigt sich durchaus eine Trendwende – auch in der Wahrnehmung der Allgemeinmedizin. Das wird mir immer häufiger im Gespräch mit Studierenden und jungen Ärzten bestätigt. Nun müssen wir den Rückenwind nutzen – dann werden sich auch die aktuell so breit diskutierten Herausforderungen besser lösen lassen.

Es grüßt Sie herzlich Ihr

Ulrich Weigeldt Bundesvorsitzender Deutscher Hausärzteverband e.V.

E-Mail-Adresse vergessen? Schreiben Sie uns.
Passwort vergessen? Sie können es zurücksetzen.
Nur wenn Sie sich sicher sind.

Sie haben noch kein Passwort?

Gleich registrieren ...

Für Hausärzte, VERAH® und ÄiW (Allgemeinmedizin und Innere Medizin mit hausärztlichem Schwerpunkt) ist der Zugang immer kostenfrei.

Mitglieder der Landesverbände im Deutschen Hausärzteverband profitieren außerdem von zahlreichen Extras.

Hier erfolgt die Registrierung für das Portal und den Newsletter.


Persönliche Daten

Ihr Beruf

Legitimation

Die Registrierung steht exklusiv ausgewählten Fachkreisen zur Verfügung. Damit Ihr Zugang freigeschaltet werden kann, bitten wir Sie, sich entweder mittels Ihrer EFN zu legitimieren oder einen geeigneten Berufsnachweis hochzuladen.

Einen Berufsnachweis benötigen wir zur Prüfung, wenn Sie sich nicht mittels EFN autorisieren können oder wollen.
Mitglied im Hausärzteverband
Mitglieder erhalten Zugriff auf weitere Inhalte und Tools.
Mit der Registrierung als Mitglied im Hausärzteverband stimmen Sie zu, dass wir Ihre Mitgliedschaft überprüfen.

Newsletter
Sie stimmen zu, dass wir Ihre E-Mail-Adresse für diesen Zweck an unseren Dienstleister Mailjet übermitteln dürfen. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen.

Das Kleingedruckte
Die Zustimmung ist notwendig. Sie können Sie jederzeit widerrufen, außerdem steht Ihnen das Recht zu, dass wir alle Ihre Daten löschen. Jedoch erlischt dann Ihr Zugang.
Newsletter abbestellen

Wenn Sie den Newsletter abbestellen wollen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an und wählen Sie die gewünschte Funktion. Wir senden Ihnen dann eine E-Mail zur Bestätigung.