UmfrageJeder zweite Arzt befürwortet Primärarztsystem

Die gesundheitliche Versorgung bekommt von Patienten wie Ärzten gute Noten. Im Detail fallen die Meinungen aber auseinander. Ärzte befürchten, dass sich die Lage deutlich verschlechtern wird. Knapp jeder zweite spricht sich daher für ein Primärarztsystem aus.

Die gesundheitliche Versorgung bekommt von Patienten wie Ärzten gute Noten. Im Detail fallen die Meinungen aber auseinander. Ärzte befürchten, dass sich die Lage deutlich verschlechtern wird. Knapp jeder zweite spricht sich daher für ein Primärarztsystem aus.
Die meisten Ärzte und Bürger sind mit dem Gesundheitswesen zufrieden, zeigt eine Umfrage.© Rawpixel.com - stock.adobe.com

Berlin. Die große Mehrheit der Deutschen ist mit dem Gesundheitssystem im Land zufrieden. Das geht aus einer Umfrage unter 1.200 Bürgern und 500 Ärzten des Instituts für Demoskopie Allensbach für den Finanzdienstleister MLP hervor, die am Mittwoch (9.10.) veröffentlicht wurde. 77 Prozent der Bevölkerung bewerten demnach das Gesundheitssystem und die Gesundheitsversorgung in Deutschland als gut oder sehr gut. Lediglich 20 Prozent sehen die Lage eher skeptisch.

Patienten unzufriedener mit Wartezeiten

Zunehmend Klagen gibt es allerdings über lange Wartezeiten bei der Terminvergabe. 62 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal in den letzten ein bis zwei Jahren sehr lange auf einen Termin beim Arzt gewartet zu haben – der Studie zufolge ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zu 2012. Zwar klagen weniger privat Versicherte über lange Wartezeiten, aber auch sie warten nach eigenen Angaben heute länger auf Termine. Die meisten Bürger (57 Prozent) glauben aber nicht, dass sie durch das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) schneller einen Termin erhalten werden.

Jeder Fünfte versäumt Termin

In der Studie wurden neben der Bevölkerung auch die Ärzte befragt. Die große Mehrheit der Fachärzte (77 Prozent) sagt, dass Patienten bei ihnen in der Regel innerhalb von vier Wochen einen Termin bekommen können.

Viele Mediziner beklagen allerdings, dass Patienten fest vereinbarte Termine nicht wahrnehmen, ohne diese abzusagen. Jeder dritte niedergelassene Arzt gibt an, dies komme in seiner Praxis häufig vor. Bei 28 Prozent ist dies gelegentlich der Fall. Fachärzte leiden unter den sogenannten “No-Shows” mehr als Hausärzte: Von ihnen beklagen dies 43 Prozent, bei Hausärzten nur 23 Prozent. In der Bevölkerung räumt jeder Fünfte ein, dass er einen vereinbarten Arzttermin aus Vergesslichkeit oder anderen Gründen schon einmal nicht wahrgenommen hat, ohne in der Praxis Bescheid zu sagen.

Fast jeder zweite Arzt (44 Prozent) befürwortet daher, dass Versicherte eine Prämie erhalten sollen, wenn sie immer zuerst zum Hausarzt gehen. Mehr Anklang findet dies unter Hausärzten: Hier sprechen sich 79 Prozent für ein Primärarztsystem aus. Bei den Fachärzten sind es nur 44 Prozent – und 52 Prozent sind sogar explizit dagegen. Nach Befragungen für den MLP-Gesundheitsreport 2014 soll auch etwa jeder zweite Versicherte gegenüber einer “Hausarzt-Prämie” positiv eingestellt sein, ein Drittel lehne dies ab.

Bevölkerung nimmt Ärztemangel weniger wahr

Die Ärzte bewerten das deutsche Gesundheitssystem sogar positiver als die Bevölkerung: Von ihnen bewerteten 89 Prozent das System als sehr gut, verglichen mit 77 Prozent der Bevölkerung.

Ärzte sind aber mit Blick auf die Zukunft deutlich pessimistischer als die Bevölkerung. So ist knapp zwei Drittel der Meinung es würde sich (etwas oder deutlich) verschlechtern, bei der Bürgern denkt dies nur ein Drittel. Hingegen ist je ein Drittel der Bevölkerung der Meinung, die Versorgung werde gleich bleiben oder sich verbessern. Die größten Sorgen bereitet Ärzten die wachsende Bürokratie (80 Prozent) sowie Schwierigkeiten bei der Personalsuche (61 Prozent).

Besonders ostdeutche Bundesländer betroffen

Sowohl in Stadt und Land als auch in Ost und West sagen heute mehr Mediziner als noch vor drei Jahren, dass es bei ihnen in der Region einen Ärztemangel gibt. Besonders groß ist das Problem aus Sicht der Ärzte im Osten und in ländlichen Regionen. Das sieht auch die Bevölkerung so. Allerdings zeigt die Umfrage auch, dass die Bevölkerung das Problem Ärztemangel weitaus weniger schlimm einschätzt, als es die Ärzte selbst tun.

Quelle: dpa

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