CoronavirusWarum haben wir (noch) so wenige Verstorbene?

Italien hat China bei der Zahl der Todesfälle inzwischen überholt. Deutschland hat knapp die Hälfte bestätigter Fälle wie Italien, aber 3.979 Verstorbene weniger. Warum?

Italien hat China bei der Zahl der Todesfälle inzwischen überholt. Deutschland hat knapp die Hälfte bestätigter Fälle wie Italien, aber 3.979 Verstorbene weniger. Warum?
Schutzausrüstung vor dem Coronavirus ist derzeit knapp.© 3dsculptor - stock.adobe.com

München. In Italien sind bereits 4.032 Menschen infolge einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. In Deutschland bislang 53 (Stand 20.3.). Dabei hat Deutschland nicht ganz die Hälfte an positiv Getesteten (aktuell 19.711) verglichen mit Italien. Hier sind es 47.021. Das geht aus der Statistik der Johns Hopkins Universität hervor. Wie ist das zu erklären?

Eine mögliche Antwort könnten die Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom 19. März liefern. Demnach verbreitet sich das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) in Deutschland bisher vor allem in jüngeren Altersklassen. Rund 80 Prozent der bestätigten Fälle sind zwischen 15 und 59 Jahre alt. Drei Prozent sind bis zu 14 Jahre alt. Und lediglich 16 Prozent betreffen Personen über 60 Jahre. Was heißt das?

Vor allem Jüngere infiziert

Momentan stecken sich mehrheitlich die Personen an, bei denen eine Infektion eher mild bis mäßig verläuft. Schwere Beschwerden können vor allem bei älteren Patienten, insbesondere ab 70 Jahren, auftreten. Hierfür gibt es mehrere Gründe: Sie leiden häufiger an mindestens einer Grunderkrankung wie Herzschwäche, Asthma, COPD oder Diabetes. Häufiger haben sie sogar mehrere chronische Krankheiten. Hinzu kommt, dass die Reaktion des Immunsystems mit steigendem Alter abnimmt. Ihr Körper kann mitunter das Virus also schlechter bekämpfen.

Chance und Risiko zugleich

Dass sich bislang primär Jüngere angesteckt haben, ist daher einerseits eine gute Nachricht. Denn bei ihnen heilt die Infektion in der Regel innerhalb von 14 Tagen meist von allein. Andererseits führt dies auch dazu, dass viele der jüngeren Generation die Maßnahmen, um die Verbreitung zu verlangsamen, nicht oder zu wenig ernst nehmen.

Hinzu kommt, dass Experten davon ausgehen, dass Deutschland erst am Anfang des exponentiellen Anstiegs der diagnostizierten Fälle steht. Die Zahl der tatsächlich Infizierten liegt wahrscheinlich deutlich höher als die Zahl der registrierten Fälle. Das Deutsche Netzwerk für Evidenzbasierte Medizin geht davon aus, dass es etwa zehn mal mehr Infizierte geben könnte als die Zahl der erfassten Erkrankungen.  Es ist daher nur eine Frage der Zeit, bis sich das Coronavirus auch unter den älteren und kränkeren Deutschen ausbreitet.

Dies gilt es, so lange wie möglich hinauszuzögern. Nur so besteht die Chance, dass erstens alle Erkrankten medizinisch optimal versorgt werden können. Zweitens verlängert sich dadurch die Zeit, in der ein Impfstoff oder ein Medikament gefunden, erprobt, zugelassen und produziert werden kann.

Intensivregister gestartet

Am Dienstag (17.3.) haben die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), das RKI und die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) ein “Intensivregister” gestartet. An diese Datenbank melden deutsche Intensivstationen ihre Coronapatienten und ihre Belegung der vorhandenen Betten. Bisher haben sich schon 600 Intensivstationen beteiligt. Das Register soll einerseits die Auslastung zeigen, andererseits soll es ermöglichen den Verlauf der Pandemie anhand der Versorgung schwerer Fälle abzuschätzen. Ein Teil der Datenbank ist auch öffentlich sichtbar, damit im Notfall Rettungsdienst und Feuerwehr schnell einsehen können, wo noch Intensivplätze frei sind.

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