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Welche Themen haben Hausärzte angesprochen, was wird kontrovers aufgenommen und diskutiert. Die Redaktion von "Der Hausarzt" erreichen zahlreiche Leserbriefe, eine Auswahl wird veröffentlicht.

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© alswart

„Zeit, das Zerrbild gerade zu rücken“

Betreff: „Grenzen für freien Beruf werden enger“, HA 4, 5.3.19, S. 1

Ulrich Weigeldt nennt „Bürokratie in der Praxis, hohes finanzielles Risiko und Angst vor Regress“ als die wesentlichen Gründe, warum sich Studenten nicht niederlassen wollen. Hier wendet sich das fortgesetzte übersteigerte Jammern auf hohem Niveau einiger Kollegen und Ärztevertreter (…) gegen die Haus-ärzte. Es wird Zeit, dieses Zerrbild unseres schönen Berufs den Studenten und jungen Kollegen im Krankenhaus gegenüber gerade zu rücken. Die Regressphobie ist jetzt weniger als schon zuvor begründet. (…) das finanzielle Risiko [ist] bei gesicherten regelmäßigen Honoraren Null bei Chancen auf ein durchaus angemessenes Einkommen. Die Bürokratie besteht aus normaler ärztlicher Pflicht wie Arztbrief, Befundmitteilung, Rezept oder AU, selten einem Qualitätsnachweis unserer Arbeit und sonst den normalen Dingen, die jeder Drogist oder Kneipier auch macht wie Miete, Arbeitsverträge oder Gewerbeaufsicht. Das sollte ein Akademiker doch schaffen können.

Dr. Gerhard Noeske, FA Innere Medizin/Kardiologie, Gießen 

 


„E-Zigarette frei von Vorurteilen begegnen“

Betreff: „Pneumologen: E-Zigarette verhilft nicht zur Abstinenz“ [1], „E-Zigarette: Harmloser Life-Style oder unterschätzte Gefahr?“ [2], HA5, 20.3.19, S. 12 und 30f

Wir begrüßen das Fazit des Artikels 2, (…) dass E-Zigaretten für Raucher eine weniger schädliche, aber nicht gänzlich harmlose Alternative zum Rauchen sein können, sofern die Raucher vollständig auf E-Zigaretten umsteigen. Weiter wird jedoch die derzeit vermeintlich schwache Evidenzlage hinsichtlich gesicherter Aussagen zum Nutzen von E-Zigaretten als Hilfsmittel zum Rauschstopp erwähnt. Eine ähnliche Richtung schlägt laut des Beitrags 1 die (…) DGP ein. (…)

Unbestreitbar ist Rauchen von Tabak eine der häufigsten – und vermeidbaren – Ursachen für schwere Erkrankungen und Todesfälle. Die meisten giftigen Substanzen, einschließlich der krebserregenden Stoffe, entstehen beim Verbrennungsprozess, den es bei E-Zigaretten nicht gibt. Unstreitig ist auch, dass Nikotin selbst nicht karzinogen ist [1].

(…) Es sind nicht nur die Ergebnisse des Public Health England Reports von 2015 und 2018, die zum (…) Konsens beitragen, dass E-Zigaretten bis zu 95 Prozent weniger schädlich sind als Tabakzigaretten [2]. Auch andere (…) stützen dies (…), wie die (…) Studie, in der über (…) 3,5 Jahre untersucht wurde, wie sich (…) E-Zigaretten auf die Lunge von Nichtrauchern auswirken: Die Forscher stellten, selbst bei intensiver Nutzung, „keinerlei Verminderung des Lungenvolumens, Entwicklung von Atemwegssymptomen, Veränderungen der Marker für eine Entzündung der Lunge in der ausgeatmeten Luft oder Anzeichen von frühen Lungenschäden im CT Scan“ fest [3].

(…) Wenn sich die DGP auf den Standpunkt stellt, dass wer E-Zigaretten konsumiert, (…) lediglich die eine Abhängigkeit durch eine andere ersetze [4], verkennt sie, dass die E-Zigarette (…) ermöglicht hat, auf ein um ein Vielfaches gesundheitsschädlicheres Produkt zu verzichten.

In einer (…) randomisiert-kontrollierten Studie wurde die Effektivität von E-Zigaretten und anderen Nikotinersatzprodukten bei der Unterstützung eines Rauchstopps verglichen: Bei diesem Vergleich schneidet die E-Zigarette deutlich besser ab als die konventionellen Nikotinersatzprodukte. So finden sich in der Gruppe der E-Zigarettennutzer doppelt so viele Probanden, die mit dem Rauchen aufgehört haben als bei den Nikotinersatzprodukten [5]. In einer weiteren Studie haben Forscher herausgefunden, dass der Gebrauch von E-Zigaretten zu einer signifikanten Senkung des allgemeinen Zigarettenkonsums bei den Probanden geführt hat [6]. (…)

E-Zigaretten können daher eine effektive Ergänzung der bisherigen Maßnahmen sein, um einen Rauchstopp zu erreichen. Raucher vor E-Zigaretten als probates Mittel für den Rauchstopp abzuraten, grenzt an Verantwortungslosigkeit. Vielmehr sollte angesichts der Studienlage der E-Zigarette nun vorurteilsfrei begegnet und ihre objektiv vorhandenen Chancen wahrgenommen werden.

Abschließend bedarf die Aussage von Prof. Andreas, dass Tabakkonzerne ihren Markt durch die E-Zigarette erweitert hätten, einer Klarstellung: Die E-Zigarette (…) wird seit 2007 von kleinen und mittleren Unternehmen (…) vertrieben. Demgegenüber bieten Tabakkonzerne erst seit 2012 Produkte wie E-Zigaretten (…) an. Es lässt sich (…) festhalten, dass E-Zigaretten keineswegs ein Produkt der Tabakindustrie sind.

Michal Dobrajc, Verband des eZigarettenhandels e.V. Langfassung des Leserbriefs (s. PDF)

 

Antwort der Redaktion

Die Beiträge geben die Meinung der Autorinnen des DKFZ sowie der DGP wieder. Die Redaktion plädiert für eine differenzierte Betrachtung des Nutzens und Schadens. Womöglich werden die im Leserbrief genannten Studien teils überinterpretiert. So handelt es sich bei [3] etwa um eine Kohorte mit neun Probanden. Public Health England [2] weist vielfach auf großen Forschungsbedarf hin, etwa auch zu negativen Auswirkungen von E-Zigaretten. Bei der RCT [5] ist unklar, ob man die Ergebnisse auf Deutschland übertragen kann.

Prof. Andreas verweist darauf, dass Tabakhersteller ihr Portfolio erweitert haben, nicht, dass E-Zigaretten ein alleiniges Produkt von diesen sind.

Derzeit werden die Leitlinien zur Tabakentwöhnung überarbeitet. Es bleibt abzuwarten, wie die neuen Empfehlungen aussehen werden.

Johanna Dielmann-von Berg, „Der Hausarzt“


 

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