COVID-19Frühzeitige Therapie mit Sotrovimab

Für Patienten* mit einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf ist nun der monoklonale Antikörper (mAk) Sotrovimab (Xevudy) zur einmaligen intravenösen Infusion verfügbar. [1]

Verschiedene Faktoren erhöhen das Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19, u. a. ein Alter über 50 Jahre, Adipositas (BMI >30kg/m2), Diabetes sowie chronische Vorerkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder der Nieren.[2] Häufig besteht bei diesen Personen zudem ein erhöhtes Risiko für ein Impfversagen, ebenso wie bei Menschen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten sowie Patienten die aufgrund von Erkrankungen bzw. einer Organtransplantation eine immunsupprimierende Therapie benötigen. [3]

Für diese Risikogruppen steht seit Januar 2022 der monoklonale Antikörper Sotrovimab zur Verfügung, der als einmalige intravenöse Infusion appliziert wird. Er ist indiziert zur frühzeitigen Behandlung (≤ 5 Tage nach Symptombeginn) von COVID-19 bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren und mit einem Gewicht von mindestens 40 kg), die nicht sauerstoffpflichtig sind und ein hohes Risiko für die Entwicklung eines schweren Verlaufs der Erkrankung aufweisen. [1] Die Fachgruppe COVRIIN am Robert Koch-Institut (RKI) nennt monoklonale Antikörper als erste Wahl für alle nicht oder unvollständig geimpften Patienten sowie für alle Patienten mit relevantem Risiko für ein unzureichendes Impfansprechen mit erhöhtem Risiko für einen schweren Verlauf. [4] Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spricht sich in ihren aktuellen Leitlinien für den Einsatz von Sotrovimab bei Patienten mit hohem Risiko für einen schweren Verlauf aus. [5]

Wenige Hospitalisierungen

Die Zulassung des monoklonalen Anti-SARS-CoV-2-Antikörpers erfolgte auf Basis der randomisierten, doppelblinden, Placebo-kontrollierten Phase-III-Studie COMET-ICE. Sie zeigte, dass Sotrovimab das Risiko für eine mehr als 24-stündige Hospitalisierung oder Tod jedweder Ursache im Vergleich zu Placebo bis Tag 29 um 79% verringerte (bereinigte relative Risikoreduktion) (p<0,001). [6] Die Studie belegte zudem, das Sotrovimab allgemein gut verträglich war. [1] Häufigste unerwünschte Ereignisse waren Diarrhöe, Kopfschmerzen, Übelkeit. Auch war bei keinem der Patienten ein Abbruch der Behandlung nötig. [6] Zudem sind Wechselwirkungen mit Arzneimitteln unwahrscheinlich, die über die Niere ausgeschieden werden oder Substrate, Induktoren oder Inhibitoren von CYP-Enzymen sind. [1]

Sotrovimab bindet an einen Bereich des Spikeproteins des Virus, der selten mutiert, was die Wahrscheinlichkeit von Resistenzbildungen deutlich reduziert. [6] Die hohe Wirksamkeit gegen Resistenzbildung beruht darauf, dass als Target eine hochkonservierte Proteindomäne von SARS-COV-1 verwendet wurde, die für die Vermehrung des Virus offensichtlich eine wesentliche Rolle spielt. [7] Diese Domäne befindet sich ebenfalls auf dem Spike-Protein, jedoch an anderer Stelle als die von anderen mAk genutzte Bindungsstelle im Bereich des ACE-Rezeptors, die sehr viel variabler ist. [7]

Corona-positiv – was ist zu tun?

Niedergelassene Ärzte und Kliniker können Sotrovimab entweder über sogenannte Stern- und Satellitenapotheken bestellen, oder den Patienten an ein Behandlungszentrum überweisen. Voraussetzung ist eine bestätigte Diagnose „COVID-19“ und mindestens ein bestehender Risikofaktor für einen schweren Verlauf. Das RKI hat hierfür auf seiner Webseite ein Tool mit Ansprechpartnern für eine Therapie mit monoklonalen Antikörpern sowie ein Verzeichnis der Stern- und Satellitenapotheken an.

 

*Gendergerechte Sprache: dieser Text schließt prinzipiell alle Geschlechter mit ein. Zur besseren Lesbarkeit wird jedoch nur eine Geschlechtsform verwendet.

Fachinformation Xevudy (Sotrovimab)

Quellen

  1. Fachinformation Xevudy (Sotrovimab), Dezember 2021
  2. Epidemiologischer Steckbrief zu SARS-CoV-2 und COVID-19 Stand: 26.11.2021, letzter Zugriff 24.02.2022. Online verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.htm
  3. STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung. Epid Bull 2021;43:16 -53 | DOI 10.25646/9150.2
  4. Robert Koch-Institut, Antivirale Therapie in der Frühphase einer SARS-CoV-2-Infektion. Online verfügbar unter: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/COVRIIN_Dok/Antivirale_Therapie_Fruehphase.pdf?__blob=publicationFile (letzter Zugriff: 22.02.2022)
  5. A living WHO guideline on drugs for covid-19. BMJ 2020; 370: m3379
  6. Gupta A et al. N Engl J Med 2021; 385: 1941–1950
  7. Pinto D, Park YJ, Beltramello M, et al. Cross-neutralization of SARS-CoV-2 by a human monoclonal SARS-CoV antibody. Nature. 2020;583(7815):290-295. doi:10.1038/s41586-020-2349-y

PM-DE-SOT-WCNT-220008 (02/2022)

 

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